Archiv für den Monat: November 2010

Mein erstes Mal Metal.

Alles beginnt mit einem Anruf, einer übrig gebliebenen Konzertkarte und einer Stunde Zeit bis zum Treffpunkt.

Es ist irgendwie Heavymetal, es ist nicht meine Musik, nicht mal meine Freunde, nur ein entfernter Bekannter und ein Montagabend, der nicht auf dem Sofa verbracht werden möchte.

Ich bin mir unsicher, was ich anziehen soll und ob ich Spaß haben werde, fürchte um mein Gehör und verdränge die Bilder der letzten Wackenreportage.

Also schwarze Strümpfe, schwarzer Rock, dunkel wird es sicher sein und wenn es hart auf hart kommt bin ich damit gut getarnt und fast unsichtbar.

Bahn fahren, verlaufen, in die falsche Veranstaltung nebenan platzen. Ankommen verläuft nach Standard.

Hände schütteln, Namen sagen, reingehen, Bier kaufen.

Bisher hat mir niemand was getan.

Wir machen den alten Jacke-in-Jacke-Trick, um einen Euro für die Garderobe zu sparen, in dem Wissen, dass er eh nicht funktioniert, der Türsteher stempelt mich mit „gesehen“ ab, ich smalltalke und schaue mich um.

Wie erhofft ausreichend Männer mit langen Haaren und blutverschmierten Monstern auf dem Shirt.

Aber auch eine Menge gepflegter Kurzhaarschnitte, hochgekrempelte Bürohemden mit durch blitzenden Tattoos, Jungs die meine kleinen Brüder und Frauen die meine Mütter sein könnten.

Es ist ein interessantes Publikum.

Und ein nettes.

Alle stellen sich brav in den Raucherbereich, an der Bar wird sich fürs Drängeln entschuldigt, Leute lachen und umarmen sich zur Begrüßung.

Die Vorband schreit schon, trotzdem sind alle entspannt, man kommt schnell ins Gespräch. Kinder, Beruf, Urlaub.

Nichts von Blut trinken, Axt schwingen und Teufel beschwören.

Hätte ich also eh die falschen Themen gegoogelt, wenn dafür noch genügend Zeit gewesen wäre.

Vorband vorbei, noch eine rauchen, noch ein Bier.

Reingehen?“

Klar, ich freu mich schon ein halbes Jahr drauf!“ erwidere ich grinsend und die Jungs grinsen zurück und wir stoßen an.

Auf dem Weg treffe ich meinen Anwalt, auch wir stoßen an, begrüßen den glücklichen Zufall und erreichen den Saal.

In der Mitte eine rechteckige Tanzfläche, drumherum viele Stufen, wie eine Arena mit Rängen.

Es ist gerade voll genug, laut genug, heiß genug.

Wir schieben uns bis in die Mitte des Vierecks, da, wo gleich geschubst wird.

Der Mann hinter mir ist mindestens zwei Meter groß und da mir was an körperlicher Unversehrtheit liegt, schaue ich ein wenig ängstlich.

Er fragt lächelnd, ob wir Plätze tauschen wollen, ich nehme lächelnd an, winke meinen eigentlich Begleitern zu und stelle mich neben meinen Anwalt ans hintere Ende der Tanzfläche.

Das Licht wird dunkler, um uns herum wird es enger, die Menge skandiert den Bandnamen.

Als die auf die Bühne kommt, recken sich alle Arme zum Metalgruss nach oben.

Jetzt hat es doch etwas sektenhaftes.

Für einen kurzen Moment bin ich sicher, hier rein gelockt worden zu sein und bereite mich darauf vor, mein Leben als Opfer auf einem Altar aus rotem Samt zu beenden.

Blick rüber zum Anwalt.

Der wiegt mit dem Kopf im Takt und klatscht dazu.

Also auch mal klatschen probieren.

Hallo Hamburg! Scream!“

Und Hamburg screamt. Und um mich herum springen alle und stoßen sich aneinander ab, auf einander zu, miteinander um.

Taumeln, drehen, Haare schmeißen.

Es ist eine riesengroße Schulhofkeilerei.

Als jemand etwas vom Boden aufhebt, stellt sich sein Kumpel schützend vor ihn, ein anderer streckt einen Schuh in die Luft, auf der Suche nach seinem Besitzer.

Sie heben sich gegenseitig hoch, nehmen Anlauf und rammen sich in die Masse, bilden Spaliere, um dann aufeinander zu prallen.

Selten hab ich glücklichere Menschen gesehen.

Es wirkt wie ein gepflegtes Ausrasten. So, als achteten alle in diesem Menschenbrei irgendwie aufeinander.

Ich signalisiere durch das Betreten der ersten Stufe oberhalb des Hexenkessels, dass ich lieber nicht geschubst würde und werde dies den ganzen Abend auch kein einziges Mal.

Wenn Leute an mir vorbei wollen,fassen sie mich sanft am Ellenbogen,lassen mir Platz um ihnen Platz zu machen, sagen Danke.

Beim letzten Konzert einer angesagten Indieband kam ich nicht aufs Klo, ohne mir drei Haarbüschel ausreißen zu lassen.

Ich entspanne mich, konzentriere mich auf die Musik.

Man spürt den Bass in den Füßen, im Bauch, meine Haarspitzen vibrieren.

Es ist laut, es ist schnell, es tut gut.

Ich verstehe kein Wort.

Wenn es nach mir ginge, spielt die Band ein anderthalb Stunden langes Lied und der Mann am Mikro hat unglaubliche Schmerzen.

Aber das ist gerade egal.

Ich fühle wie der Boden unter mir bebt und dann, wie ich mich selber bewege.

An einer Stelle schüttle auch ich kurz meine Haare und blicke danach beschämt nach links und rechts.

Scheinbar nichts falsch gemacht.

Der Anwalt und ich tanzen und klatschen, johlen, wenn der Bandleader es verlangt, es wird heißer, lauter, besser.

Die ersten ziehen ihre Shirts aus, alle schwitzen, keiner kümmert sich darum, sie springen noch immer, recken die Arme nach oben und sind glücklich.

Und ich bin es irgendwie auch, in meinem Kopf ist endlich nichts mehr außer Bass, Gitarre und Schlagzeug, einmal ganz gedankenlos.

Neben mir tanzt ein Mädchen, ihr Freund kommt aus der Masse auf sie zu gerannt, schweißnass schüttelt er sich vor uns wie ein Hund nach dem Regenspaziergang.

Wir lachen beide und er lacht mit, ich kann den Schweiß fremder Leute nicht ekelig finden, nicht heute.

Zwischen zwei Liedern sehe ich meine nach oben gestreckten Hände.

Sie machen den Metalgruss.

Dann ist es vorbei, die Band lässt sich noch zweimal auf die Bühne brüllen, das Licht geht an, wir holen die Jacken.

Ich betrachte die vielen klatschverschwitzten Männer, die beseelt versuchen, ihre Kleidung aus zu wringen oder sich gleich neue am Merchandisingstand kaufen.

Morgen müssen alle arbeiten, nochmal Hände schütteln, bedanken, durch atmen, rauchen, verabschieden.

Der Anwalt und ich nehmen die Bahn zum Kiez, werten den Abend in Einzelheiten aus, schätzen die Abmischung gleich ein, rätseln, wer denn nun der Gitarrist war, reden und reden und wollen eigentlich gar nichts sagen.

Nur nachspüren.

Am Tresen stoßen wir mit Sekt an, wir haben uns zu feiern.

Die Barfrau schenkt uns Schnaps, lässt sich vom Abend erzählen, die Kneipe füllt sich mit anderen Konzertbesuchern, alle grinsen und trinken und sind immer noch glücklich.

Metal wird sicher nie meine Musik, aber die Menschen waren gestern abend meine.

Und falls mir jemand einen Platz im Zelt aufm Wacken anbietet, ich bin dabei.

Turnhallentrauma.

Wie bereits mehrfach erwähnt, war ich ein dickes Kind.

 

Mit Puddingärmchen und Puddingbeinchen, die bei einem Säugling Passanten noch nach Kindchenschema zum Verzücken bringen, bei einer Achtjährigen aber eher die Frage der Verwahrlosung in den Raum stellen.

 

Ein einziges Mal spielte ich in meiner Schulzeit die Hauptrolle in einem Theaterstück.

Dem Märchen vom dicken, fetten Pfannekuchen.

 

Gleichzeitig besaßen wir wenig Geld und meine Mutter schnitt uns aus Sparmaßnahmen den Pony selbst. Grade und kurz über den Augenbrauen endend.

 

Dieser Frisurenwahnsinn, der uns Kinder der frühen 80er gepaart mit Radlerhosen und einem furchtbaren Musikgeschmack das Leben sowieso schon schwer machte, war aber nicht mein größtes Problem.

 

Sondern das, was alle dicken Kinder zutiefst traumatisiert und Scharen von Therapeuten Jahre später Brot und Miete sichert:

 

Der Sportunterricht.

 

Es fing schon beim Umziehen an.

Das Problem daran war, kurzzeitig nackt zu sein.

 

Pubertierende Mädchen sind nicht gerade Verfechter von Solidarität, Anstand und Moral.

Es sind wilde Raubtiere,jederzeit bereit durch einen abschätzigen Kommentar eindeutig klar zu machen, wer an der Spitze der Hackordnung steht.

 

Es ist subtiler als unter Jungen.

Es sind keine Schläge, es sind Emotionen.

 

Ein Blick der Klassenschönheit auf dein gräulich ausgeleiertes Sportbustier und für die nächsten Wochen stehst du als Spottobjekt der 7d unumstößlich fest.

 

Mit der Zeit kannte ich alle Tricks.

 

Das Sportshirt schon in der großen Pause auf dem Schulklo drunter ziehen.

Entweder sehr schnell oder sehr langsam sein, um die Umkleide für sich allein zu haben.

Den schwer einsehbaren und strategisch gut gewählten Platz direkt hinter Tür.

 

Zusätzlich zog ich stets zwei Unterhosen übereinander, um den straffenden Effekt eines Stützstrumpfes zu imitieren.

 

Hätte ich soviel Ehrgeiz in meine gesamte Schulkarriere investiert, wie in die Planung mich meinen Mitschülerinnen auf keinen Fall nackt zu präsentieren, wer weiß, was aus mir hätte werden können.

Ärztin, Astronautin, Professorin.

 

So hingegen kann ich mich einfach wahnsinnig schnell an- und wieder ausziehen.

 

Jeder Versuch meinen Lebenspartner durch langsames Abstreifen meiner Kleidung zu körperlichen Höchstgelüsten anzustacheln, scheitert.

Wobei nicht das größte Problem ist, dass ich in fünf Sekunden nackt bin, sondern eher, das ich sofort nach Entledigen meiner Sachen in der Hälfte der Zeit die Hosen wieder an hab.

Er muss also den Raum verlassen, wenn ich die Kleidung ablege und den richtigen Moment abpassen, in dem ich gerade unter die Decke geschlüpft bin, um meine Klamotten dann so zu positionieren, dass ich sie auf keinen Fall erreiche, bis er mich auf andere Gedanken als Wiederbekleidung gebracht hat.

 

Erotik geht anders.

 

Aber die Umkleide war nur der Auftakt.

Das wirkliche Drama spielt sich in der Turnhalle ab.

 

Warmlaufen.

 

Ein so nettes Wort für eine so hässliche Sache.

Ich musste sicher zwanzig Kilo zu viel mit mir herumschleppen, nach drei Runden im Kreis war mir nicht warm, sondern ich war beatmungspflichtig.

 

Alles, was ich wollte war, dass es aufhört.

Das ich mich hinlegen und sterben kann.

 

Alles, was mein Sportlehrer wollte war, dass ich Liegestützen machte.

 

Diese Forderung unterstrich er mit einer Trillerpfeife und meinem mehrfach laut gebrüllten Namen.

Bis auch jeder Depp in der Mehrzweckhalle verstand, dass die Dicke es nicht kann.

 

Mit Tränen in den kleinen Rosinenaugen rückte die nächste Stufe der Demütigung unaufhörlich näher.

 

Zirkeltraining.

 

Sprossenwand, Hängeseil, Medizinbälle.

Nie hab ich diesen Namen verstanden, denn Medizin sollte gut für Menschen sein, sollte sie heilen und ihnen Schmerzen nehmen, keine zufügen.

 

Ich konnte weder klettern, noch laufen, noch werfen.

Seit der fünften Klasse hatten meine Sportnoten mir das bestätigt, meine Lehrer mir das eingetrichtert, das spöttische Lachen meiner Mitschüler das deutlich gemacht.

 

Geräteturnen.

 

Keine Ahnung, wer sich mehr quälte. Ich, bis ich meine dicken Ärmchen endlich das Reck hoch gestemmt hatte, oder mein Lehrer bei der Hilfestellung zum Feldaufschwung.

Wir stöhnten beide und gaben uns die nächsten Jahre im stillen Einverständnis damit zufrieden, dass ich diese Übungen verweigerte und eine Sechs kassierte.

 

Durch meine Noten in allen Fächern ohne Bewegung konnte mir das egal sein.

 

Und da ich immer meine Hausaufgaben teilte, wurde ich als Gegenzug als höchstens Vor-vorletzte in die Brennballmannschaft gewählt und entging zumindest dem weit verbreiteten Letzte-auf-Bank-Trauma.

 

Alljährlicher Höhepunkt schulischer Grausamkeit gegen Menschen mit sportlichen Defiziten waren eindeutig die Bundesjugendspiele.

Vorgeführter wurden nur früher nur Frauen mit Bärten auf Jahrmärkten.

 

Laufen, Springen, Werfen.

 

Der furchtbare Dreiklang organisierter Brutalität im Namen der körperlichen Ertüchtigung.

 

Nicht nur, dass alle zusahen, wie ich nach Herzenskräften bemüht den Gummiball von mir weg schleuderte.

Als Krönung wurde das Ergebnis auch noch lautstark nach jedem der drei Versuche verkündet.

 

Hundertmark, 20cm! Korrigiere, -20cm. Der Ball landete hinter Teilnehmerin.“

 

Beim Springen ins Sandbecken wunderte sich niemand mehr über die drei ungültigen Versuche hinter meinem Namen, nach dem Anlauf war ich längst viel zu sehr aus der Puste, als noch irgendein Körperteil vom Boden zu heben.

 

Der 50m-Lauf machte meinen Untergang perfekt, als der Lehrer schon die nächste Gruppe starten ließ, während ich mich noch in der Mitte der Bahn befand. Es würde ihm sonst zu lange dauern und ja auch irgendwann dunkel werden.

Natürlich überschritt ich die Ziellinie trotzdem als Letzte.

 

Und dann Siegerehrung.

Alle liefen ihren Eltern fröhlich mit Ehrenurkunden und Auszeichnungen entgegen,nur aus meiner linken Faust tropfte Blut.

Fast so tief wie der Vormittag voller Niederlagen in mein Herz, hatte sich der Pin für einfach nur Teilnahme in meine Handinnenfläche gebohrt.

 

Einmal hab ich diesen Wahnsinn über mich ergehen lassen.

Und mich dann konsequent zehn aufeinander folgende Jahre entzogen, in dem ich nach und nach alle Familienmitglieder sterben oder zumindest schwer erkranken ließ.

 

Danke an dieser Stelle an meine Oma, die im Dorf immer überzeugend von ihrem nie stattgefunden Herzinfarkt berichtete.

 

Vielleicht waren es Schuldgefühle.

Das Dicke-Kind-Sein hab ich sicher von ihr geerbt.

 

 

 

 

 

 

 

Wie es wirklich ist.Ein ganzer Tag mit PMS.

6:00 Uhr

Wecker klingelt.Verfluche das Leben,meinen Job und das Morgengrauen. Will Kaffee.

6:15 Uhr

Tagestiefpunkt erreicht. Blick in den Spiegel. Bei einem könnte man vielleicht noch von Pickeln reden. Aber das hier ist eine Katastrophe.

6:30 Uhr

Probiere, mich anzuziehen. Alles, was ich hab, ist über Nacht hässlich geworden und über den Brüsten zu klein. Schaffe es nur mit Beherrschung, nicht zu weinen.

07:15 Uhr

Verlasse das Haus.

07:18 Uhr

Kehre zurück um meine Tasche zu holen.

07:23 Uhr

Verpasse meine Bahn. Weine jetzt bitterlich. Mann am Kiosk versucht mich durch freie Auswahl aus dem Sortiment zu beruhigen.

08:00 Uhr

Ankunft im Büro. Stinke nach Fernet Branca und Lakritze. Also, alles wie immer, niemand schöpft Verdacht.

10:28 Uhr

Ausgeglichene Stimmung nun schon zweieinhalb Stunden gehalten. Belohne mich mit Familientafel Milka.

10:29 Uhr

Erinnere mich, dass man von Schokolade fett wird und keinen Freund findet. Bin sehr traurig. Esse nun Chips.

12:45 Uhr

Mittagspause. Schäle eine Mandarine. Überlege, dass ihr nun sicher kalt sein wird. Weine erneut.

12:46 Uhr

Habe sie trotz Mitleid gegessen. Weine nun, weil ich so ein schlechter, hormongesteuerter Mensch bin. Erkläre dies Herrn Meyer aus der Buchhaltung. Weint jetzt aus den selben Gründen.

14:25 Uhr

Tagestiefpunkt erreicht. Kundengespräch.

16:17 Uhr

Kollegin im Mutterschutz bringt Baby zum Zeigen vorbei. Verfalle in Verzückungslaute. Welt ist rosarot und schmeckt nach Kirsche.

16:19 Uhr

Kind konnte auch nach mehrmaliger Aufforderung nicht beantworten: „Wer denn da ist?“ Schreibe Termin im Tierheim auf To-Do-Liste. Hunde sind eh hübscher.

17: 29 Uhr

Feierabend. Werfe jedem, der mir noch einen schönen Tag wünscht Todesblicke zu. Der letzte wirft den Tacker zurück. Kann nicht fangen. Au.

18:15 Uhr

Im Briefkasten nichts Neues. Also keine Rechnung. Also auch kein Liebesbrief. Bin zerrissen zwischen Emotionen. Hab aber noch Fernet.

19:00 Uhr

Esse Nudeln mit Käse.

19:01 Uhr

Erinnere mich,dass auch die fett machen und man dann keinen Freund findet. Macht mich auch nach der dritten Portion noch traurig.

19:46 Uhr

Entdeckt, dass staubsaugen noch einige Wochen länger verzögert werden kann, wenn Staub strategisch unter Schrank geföhnt wird. Wieder fröhlich.

20:30 Uhr

Tagestiefpunkt erreicht. Öffentlich-Rechtliches Fernsehen.

20:55 Uhr

Der heimische Rüsselkäfer stirbt aus. Kann mich von halb stündlichem Heulkrampf nur schwer erholen.

21:12 Uhr

Absoluter Tagestiefpunkt erreicht. Mutter ruft an. Beschimpfe sie und schreibe ihrer Eizelle alle Schuld für mein Geschlecht zu. Mutter versteht und seufzt. Sie hat soviel Kummer mit mir. Schluchze deswegen schuldbewusst. Mutter legt auf. Sie hat mich nie geliebt. Schlampe.

21:29 Uhr

Gehe zu Bett. Schaue in Kalender. Noch 13 Stunden, dann ist Menstruation. Gott sei Dank.